Fotorechte

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Beim Fotografieren lauern gerade für Dich als Fotograf jede Menge rechtliche Gefahren. Wir wollen Dich mit diesem Artikel über einige dieser Gefahren informieren.
Die rechtlichen Grundlagen entnehmen wir dem "Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie", sowie dem "Urheberrechtsgesetz".

Disclaimer: Die nachfolgenden Hinweise haben nur den Zweck, die rechtlichen Grundlagen allgemeinverständlich herunterzubrechen. Gerade weil Formulierungen dafür verändert werden müssen, haben sie keinerlei rechtliche Wirkung. Die Niedersächsische Jugendfeuerwehr e. V. übernimmt keine Haftung für eventuelle Verstöße gegen geltendes Recht, die aufgrund dieser Handreichungen begangen werden.

Urheber

Nach dem Urheberrechtsgesetz ist der Schöpfer eines Werkes der Urheber.
Das bedeutet, dass Du der Urheber eines Fotos bist, welches Du aufgenommen hast. Dabei ist egal wem die Fotokamera gehört und wer auf dem Foto abgebildet ist. Das Foto muss allerdings eine Aussagekraft besitzen um Urheberrechtlich geschützt zu sein. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung des Fotos ist nur mit der Erlaubnis des Urhebers, also dir, gestattet. Welche Bedingungen dafür gelten, zum Beispiel eine Quellen-/Urheberangabe, legst Du als Urheber selbst fest.

Miturheber
Gestaltest Du ein Foto zusammen mit anderen Personen oder erstellt ihr zusammen ein Video, so seid ihr alle Urheber des Fotos oder Videos. Ihr müsst Entscheidungen zur Veröffentlichung gemeinsam treffen. Solltet ihr Ansprüche gegen einen Verstoß gegen das KunstUrhG geltend machen, so werden die Geldansprüche für alle eingefordert und aufgeteilt.

Recht am eigenen Bild

Wenn jemand von dir ein Foto macht hast Du auch ein Recht an dem Foto. Das Urheberrecht bleibt unberührt bei dem Fotografen, aber das Recht an der Abbildung von Dir bleibt natürlich bei dir. Ohne deine Erlaubnis darf der Fotograf das Bild nicht verbreiten oder öffentlich zur Schau stellen. Das Regelt das "Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie" im §22.Auch nach dem Ableben bleibt das Recht am Bild für zehn Jahre bestehen. Das Recht üben dann Lebenspartner und Kinder oder wenn beides nicht vorhanden ist die Eltern aus.

Fotografierst Du also eine andere Person so hat die andere Person ein Recht am eigenen Bild. Solltest du eine Veröffentlichung anstreben so benötigst Du eine Einverständniserklärung der Person. Gleiches gilt für mehrere Personen, wenn das Bild mehr als eine Person abbildet.

Gruppenfotos

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass ein Bild auf dem mehr als fünf Personen abgebildet sind als Gruppenaufnahme gilt und für die Veröffentlichung dieser Gruppenaufnahmen dann keine Einverständniserklärungen mehr benötigt werden. Dies ist schlichtweg falsch. Auch wenn auf dem Bild 20 Personen oder mehr abgebildet sind benötigst Du von jedem der abgebildeten Personen eine Einverständniserklärung. Wir empfehlen Dir dafür immer eine schriftliche Einverständnis einzuholen.

Einverständniserklärung

Wenn du Fotos auf dem andere Personen abgebildet sind veröffentlichen möchtest benötigst Du von allen abgebildeten Personen eine Einverständniserklärung. Diese solltest Du dir schriftlich geben lassen.
Eine Muster-Einverständniserklärung (Link fehlt noch) findest Du auch auf unserer Website im Downloadbereich.

Empfehlung für die Jugendfeuerwehr
Für die Arbeit in der Jugendfeuerwehr solltest Du eine Einverständniserklärung von allen Jugendfeuerwehrmitgliedern und Betreuern in der Mitgliedsakte führen. Es empfiehlt sich die Erlaubnis bereits beim Eintritt in die Jugendfeuerwehr durch die Eltern unterschreiben zu lassen. Akzeptiere aber wenn ein Jugendlicher mit einem Foto mal nicht Einverstanden ist und veröffentliche es in diesem Fall nicht.

Fotos die keine Einverständnis benötigen

Für einige Bilder sieht das Gesetz unter §23 Ausnahmen für die Veröffentlichung vor.

Zeitgeschichte Bilder aus dem Bereich der Zeitgeschichte benötigen keine Einverständnis der abgebildeten Personen oder deren Angehörigen. So kannst Du ein Foto von einem verherendem Waldbrand, auf dem auch Personen zu sehen sind, veröffentlichen. Ob ein Foto zu der Zeitgeschichte gehört solltest Du aber am Besten von einem Fachmann prüfen lassen.

Beiwerk Du kennst wahrscheinlich die Versuche ein Gebäude wie den Bundestag oder das Brandenburger Tor ohne Personen zu fotografieren. Dies gelingt nur selten. In diesem Falle ist das aber kein Problem. Fotos von Gebäuden oder Landschaften auf denen Personen nur als Beiwerk erscheinen dürfen auch ohne Einverständniserklärung veröffentlich werden.

Versammlungen und Veranstaltungen Für Fotos von öffentlichen Versammlungen und Veranstaltungen benötigst Du keine Einverständniserklärung. Hier empfehlen wir Dir bei Veranstaltungen deiner Feuerwehr am Eingang einen Hinweis auszuhängen aus dem hervorgeht, dass auf der Veranstaltung fotografiert wird und die Fotos zur Öffentlichkeitsarbeit herangezogen werden können.